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Hitzesommer 2022

Eine solche lang anhaltende Hitzeperiode gab es seit Beginn der kontinuierlichen Aufzeichnung der Wetterdaten noch nicht. Vielerorts Rekordtemperaturen, wie in Spanien oder Indien bis nahe 50° C.

Dazu Dürre, Austrocknung von Wasserläufen, schwere Schäden für die Vegetation, und natürlich auch für die Landwirtschaft. Dazu Waldbrände, vor allem in Südeuropa in einem unbekannten Ausmaß. Das Jahr 2022 hat exemplarisch sichtbar gemacht, wohin die Reise in den nächsten Jahrzehnten geht, wenn die Klimaveränderung so weiter seinen Verlauf nimmt. Dabei ist die globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit gerade mal um 1,2 ° Celsius angestiegen. Das hört sich nach nicht viel an, hat aber bereits Klimaereignisse zur Folge, die Schäden in Milliardenhöhe verursachen. Ursache der Klimaveränderung ist der nach wie vor ungebremste Anstieg von klimaschädlichen Gasen in der Atmosphäre, insbesondere CO2, als Ursache für den sogenannten Treibhauseffekt. Seit 1960 gingen die Emissionen von CO2 besonders steil in die Höhe und haben in den letzten Jahren trotz eines Pariser Klimaabkommens und weiterer Klimakonferenzen nicht abgenommen. Eine kleine Delle gab es im Zusammenhang mit der Coronapandemie, eindeutig zu wenig um einen spürbaren Effekt auf die Klimaveränderung zu bewirken. Der CO2-Ausstoß in die Atmosphäre betrug weltweit im Jahr 2020 34,8 Milliarden Tonnen. Im Jahr 2021 wurde sogar noch ein Anstieg auf 36,3 Milliarden Tonnen errechnet. Wenn dieser Trend so weiter geht, wird für das Jahr 2050 ein CO2-Ausstoß von 43,1 Milliarden Tonnen prognostiziert. Klimaexperten warnen bereits, dass ein kritischer Punkt der CO2-Anreicherung in der Atmosphäre bereits vor dem Jahr 2050 erreicht wird, bei dem das Klima eine völlig unkontrollierbare Eigendynamik erreicht. Zum größten Klimasünder ist mittlerweile China aufgestiegen. Die CO2-Emissionen betrugen 2021 11,8 Milliarden Tonnen und damit ein Drittel der weltweiten Emissionen. Und China baut weitere Kohlekraftwerke !! Auch der brutale Angriffskrieg gegen die Ukraine untergräbt massiv alle Bemühungen in der Klimapolitik.

Das immer wieder propagierte Ziel der Begrenzung auf eine maximale Erwärmung um 1,5° Celsius bis zum Jahr 2050 ist wohl ziemlich illusorisch. Die Klimawissenschaftler erhoffen nun als bestes Ergebnis ein Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 1,75 °Celsius. Dafür müsste aber in allen Ländern, Landkreisen und Kommunen weit mehr getan werden, als derzeit geschieht. Realistisch ist wohl ein Anstieg der globalen Temperatur um etwa 2° Celsius noch vor der Jahrhundertwende. Im ungünstigen Fall noch deutlich darüber – die dabei folgenden Auswirkungen entziehen sich schon der Vorstellungskraft. Noch immer gibt es Menschen, das sind nicht einmal wenige, die glauben fest daran, dass die Klimaveränderung nicht ihre Ursache in den Aktivitäten der Menschheit selbst hat. Da werden Sonnenflecke, die Verschiebung der Erdachse angeführt, oder so argumentiert; „Klimaveränderungen gab es schon immer, das ist auch diesmal ganz normal und hat natürliche Ursahen, da kann man dagegen auch garnichts machen“. Alles Unsinn, hört sich fast nach Trump an, für den war die Klimaveränderung eine Erfindung der Chinesen. Für diese besagten Zeitgenossen ist auch eine Greta Thunberg und die gesamte weltweite Jugendbewegung politisch instrumentalisiert und irregeleitet. Richtig ist aber, dass diese jungen Menschen in ihrer Sorge um ihre eigene Zukunft in 30 oder 50 Jahren schlauer und intelligenter sind, über einen fundierteren Erkenntnisstand über die Zusammenhänge der Klimaveränderung verfügen als diese besagten Erwachsenen, die auch nicht bereit sind, den eigenen „ökologischen Fußabdruck“ zu überdenken und schon garnicht irgend etwas zu ändern. Eines hat „fridays for future“ (FFF) auf jeden Fall bewirkt, die Welt aufgerüttelt, verbunden mit der Hoffnung, dass greifbare Fortschritte in der Klimapolitik erzielt werden. Deutschland selbst hat durchaus schon Erfolge zu verzeichnen. Der Anteil der erneuerbaren Energien ist angestiegen, noch nicht genug, auch das ist Fakt. Und dann gibt es noch jede Menge Widerstände gegen alles, was mit erneuerbaren Energien zu tun hat. Gegen Windkraft sowieso, aber auch gegen Photovoltaik, Biogasanlagen, Stromtrassen und Energiesparpläne. Andererseits gibt es in Deutschland aber auch Kommunen, die eine vorbildliche Klimapolitik betreiben und sogar energieautark über die Runden kommen. Es bedarf wohl immer eines konkreten Planes, einer engagierten Gemeindevertretung, einer Motivation für die Einwohner zum Mitmachen in der kommunalen Klimapolitik. Leider gibt es auch Kommunen in denen Klimapolitik offenbar ein Fremdwort ist. Bei diesen Kommunen entsteht jetzt wenigstens aktuell die Hoffnung, dass der finanzielle Hebel der steigenden Energiepreise zum Handeln zwingt und mit Energiesparmaßnahmen ein Beitrag in der Klimapolitik geleistet wird.

J.Fritzsche. www.klimaschutz-schlaubetal.de