Aktionsbündnis Klima- und Umweltschutz Schlaubetal e.V.

Fertigstellung Streuobstwiese im unteren Schlaubetal

Am 24.10. 2020 war es soweit, dass die Aktion zur Anpflanzung einer Streuobstwiese an der Ragower Mühle gestartet werden konnte. Das Wetter war super und alle Beteiligten waren mit Feuereifer bei der Sache. Nach einer Einführung mit Bild und Wort in der ausgebauten Scheune an der Gaststätte Ragower Mühle ging es zum praktischen Teil auf die Wiese. Hier war alles bestens vorbereitet: Die Pflanzgruben für die 25 Obstbäume waren ausgehoben, dafür nochmals vielen Dank an die Firma Olaf Bardeleben, die das mit einem kleinen Bagger in kurzer Zeit erledigen konnte. Ebenso vielen Dank an die Firma Senkpiel/Apel, die zur Verbesserung der Bodenverhältnisse Mutterboden angefahren hatte .

Die Mitwirkenden am 24.10. waren bunt gemischt. Neben den Mitgliedern unseres Vereins Naturfreunde aus Mixdorf, Müllrose, sogar ein Ehepaar aus Eisenhüttenstadt und ganz stark vertreten die Freiwillige Feuerwehr von Schernsdorf.

So tatkräftig wie sich alle auf die Bäume stürzten, war der Pflanzplan in nicht einmal 2 Stunden abgearbeitet. Nach Enthüllung einer Info-Tafel zur Streuobstwiese am Oder-Schlaube-Spree (OSS) -Wanderweg war der Abschluss der gemeinsame Treff an der Gaststätte bei Kaffee, Gulaschsuppe und Kuchen.

Erste echte Streuobstwiese

Was wurde nun am 24.10. wirklich erreicht ? Mit der Anlage der ersten echten Streuobstwiese im Naturpark Schlaubetal ist eine nachhaltige Aufwertung eines bestehenden Biotops entstanden. Das belegt auch die schriftliche Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde zu diesem Projekt auf der Wiese im Flora-Fauna-Habitat (FFH-Gebiet) : „ Es handelt sich um eine langjährig landwirtschaftlich genutzte Fläche. Die vorgesehene Anlage einer Streuobstwiese stellt eine naturschutzfachliche Aufwertung der Fläche dar. Zudem ist sie geeignet, das Landschaftsbild aufzuwerten, da sie das touristisch genutzte Mühlengelände im Bachtal optisch zum umgebenden Wald abgrenzen wird. Damit wird auch ein Bezug zur historischen Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen um die Mühle erlebbar. Die UNB unterstützt die Anlage von Streuobstwiesen an geeigneten Standorten, da sie besonders aus Sicht des Artenschutzes ein wichtiger Trittstein im Biotop-Verbund für Insekten, Vögel und Kleinsäuger sein können.“

25 Obstbäume verschiedener Sorten

Die für die Anpflanzung vorgesehenen 25 Hochstamm-Obstbäume ( 12 x Apfel, 3 x Birne, 5 x Kirsche, 5 x Pflaume) wurden im Vorfeld sorgfältig ausgewählt mit Gewichtung auf traditionelle und widerstandsfähige Sorten. Dazu hatten wir uns Ende September in Müncheberg von Dr.Schwärzel, dem führenden Brandenburger Obstbaumexperten, beraten lassen. Diese Hochstamm-Obstbäume werden voraussichtlich 60 – 80 Jahre alt, prägen gerade in der Blütezeit das Landschaftsbild und werden in 20 – 30 Jahren ein Maximum an Ertrag liefern. Das Konzept für diese Streuobstwiese sieht vor, dass die Wiese während der Obstreife frei zugänglich bleibt. Jedermann kann dann für den eigenen Verzehr Obst pflücken oder Kleinmengen mitnehmen.

Dank den Spendern

Wie wurde die Anlage dieser Streuobstwiese finanziert ? Fördermittel oder Mittel aus öffentlichen Haushalten wurden nicht in Anspruch genommen. Die Finanzierung erfolgte komplett über Spendenmittel. Dafür möchten wir uns bei allen Spendern, egal ob es große oder kleine Spenden waren, ganz herzlich bedanken. Hervorheben dürfen wir aber besonders die Raiffeisenbank Beeskow, die mit 1500,-EUR einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des Projektes leistete. Aber auch die Müllroser Firma Chr.Dahlick Oderglas GmbH und Bauunternehmen U.Zimmer und die Arztpraxis DM K. Bischoff waren mit größeren Spenden beteiligt. Das vorhandene Spendenaufkommen machte es möglich, auf dem gleichen Flurstück, aber separaten Wiesenstück weitere sieben Hochstamm-Obstbäume ( 4 x Apfel. 3 x Pflaume) zu pflanzen. Eine Info-Tafel am Wanderweg enthält Informationen zur der hier bestehenden Streuobstwiese und auch zur Historie, sowie Bilder zu heimischen Tieren.

Inzwischen ist unsere Streuobstwiese im Brandenburger Streuobstwiesenkataster unter der Bezeichnung „Streuobstwiese Ragower Mühle“ eingetragen.

Weitere Aktionen geplant

Ein Blick nach vorn darf an dieser Stelle auch noch sein: Seit November letzten Jahres ist für Europa der Klimanotstand ausgerufen worden. Die dramatischen Probleme für die Natur, für die Umwelt, für die Biodiversität sind allgemein bekannt. Das sind die Themen, die für unseren Verein eine zentrale Rolle spielen. Wir möchten mit weiteren Aktionen einen Beitrag zur Minderung dieser gravierenden Veränderungen leisten. Dazu wünschen wir mehr Mitstreiter und Ideen zu geeigneten Vorhaben. Kontakt kann über Mail: Abklima.schlaubetal@web.de oder Tel. 0175/1580778 erfolgen.

J.Fritzsche

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