Aktionsbündnis Klima- und Umweltschutz Schlaubetal e.V.

IPCC-Klimabericht 2021

Der im August veröffentlichte Bericht des Weltklimarates zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft. Nach Veröffentlichung des ersten ausführlichen Klimaberichtes im Jahr 1990 ist es nun der 6. Klimabericht, aufgegliedert in 3 Teile.

Zusätzlich zu den sechs Hauptberichten erschienen eine Vielzahl von Zwischenberichten. Veröffentlich wurde zunächst der 1.Teil des mehrere tausend Seiten umfassenden Gesamtberichtes. Die Grundlage bilden die Fülle aller erhobenen gegenwärtigen und vergangenen Wetter- und Klimadaten, die eine umfassende und genaue Analyse der Klimaverhältnisse seit der letzten Eiszeit zulassen. Beteiligt am IPCC -Klimabericht waren weltweit mehr als 300 Wissenschaftler, mit 37 Forschern auch aus Deutschland.

Es erfolgten Auswertungen von 14 000 wissenschaftlichen Arbeiten und Bewertung der erhobenen Wetterdaten. Bei der Fülle der Daten sind inzwischen Hochleistungsrechner, wie einer in Hamburg im Einsatz, eine schon unentbehrliche Hilfe geworden. Damit sind auch Szenarien modelliert worden, welche Entwicklung das Klima unter bestimmten Bedingungen nehmen könnte. Als sicher stellte sich in allen Szenarien heraus, dass bis 2050 die kritische Erderwärmung von 1,5° Celsius überschreiten wird. Das immer noch formulierte Ziel, die Erderwärmung unter 1,5° C zu halten, ist also bereits Illusion. Auch ist eindeutig, dass der Einfluss des Menschen die Atmosphäre, den Ozean und die Landflächen erwärmt hat. Besonders eindrucksvoll ist die Geschwindigkeit mit der sich diese Veränderungen vollzogen haben. Eine Entwicklung, die in den letzten Jahrtausenden der Erdgeschichte beispiellos ist.

Seit dem 5. IPCC-Sachstandsbericht im Jahr 2013/14 gibt es zunehmend Wetterextreme, wie Hitzewellen, Starkniederschlägen, Dürren und Wirbelstürme. Die diesjährige Flutkatastrophe in Rheinland Pfalz und in Nordrhein-Westfalen oder die vielen verheerenden Waldbrände weltweit sind ursächlich der Klimaveränderung zuzuordnen. Die Klimaveränderungen und deren Klimafolgen sind auch im günstigsten Fall der Szenarien für die Zukunft gravierend. Sie betreffen die Landwirtschaft, die Wirtschaft, die Wasserkreisläufe, die Gesundheit, eigentlich alle Bereiche der Gesellschaft. Rückgang des arktischen Meereises und von Schneebedeckung, Anstieg des Meeresspiegels oder Auftauen der Permafrostböden werden unumkehrbar sein.

Ein Anstieg der globalen Erwärmung auf über 2° Celsius wird im Laufe des 21.Jahrhunderts überschritten werden, es sei denn, es erfolgen in den nächsten Jahrzehnten drastische Reduktionen von CO 2- und anderer Treibhausgasemissionen. Auch bei dem günstigsten Szenario steigt die Erderwärmung deutlich über 1,5° Celsius an, könnte auch erst nach 2100 auf 1,4° Celsius absinken, um lange auf diesem Niveau zu verharren. Klar ist auch, Klimaschutz und die Behebung von Klimafolgen wird sehr viel Geld kosten, aber nichts oder wenig zu tun, wird um ein Vielfaches teurer.

Bei all diesen unwiderlegbaren Ergebnissen und Prognosen ist es schon erschreckend, dass immer noch sogar führende Politiker der Meinung sind, Maßnahmen gegen die Klimaveränderung seien unnötig. Dass diese Auffassung auch in der Bevölkerung noch verbreitet ist, ist ein Faktum. Verhaltensforscher sehen die Ursache nicht nur in mangelnder Bildung, sondern in dem Unvermögen vieler Menschen, sich vorzustellen, wie die Welt in 30 oder 50 Jahren aussehen wird. Daraus resultiert auch die fehlende Bereitschaft, sein eigenes Konsumverhalten zu überdenken und ggf. zu ändern.

Im Hinblick auf nationale und internationale Klimapolitik wird Europa noch am besten
bewertet. Das trifft auch auf Deutschland zu, obwohl schon wesentlich mehr hätte erreicht werden können. Die Bremser befanden sich in den Ministerien für Wirtschaft und Landwirtschaft. Positiv andererseits viele Kommunen, in denen verantwortungsbewusste Politiker Klimapolitik auf die Tagesordnung gesetzt haben. Wie sieht es hier im Amt Schlaubetal aus ?? Bisher nicht gut, aber das Thema ist nun präsent. Die Dringlichkeit auch auf kommunaler Ebene klimapolitisch tätig zu werden ist vorhanden, nun muss auch endlich gehandelt werden.

Jürgen Fritzsche

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